Lebensmittel Zeitung 15 vom 13.04.2006 Seite 028
IT und Logistik
3D im Online-Kaufhaus
Dreidimensionale Darstellung lockt auf französische Plattform
Paris, 12. April. 78 Händler sind in einem neuen französischen Internet-Einkaufszentrum mit 3D-Animation vertreten. Shops in LeCentreduMonde.com haben etwa die Kosmetikketten Yves Rocher und Marionnaud, der Lebensmittel-Lieferservice Houra von Cora, die Filialisten Fnac, Conforama, Etam und Promod sowie die Versender La Redoute und 3-Suisse.
Ziel der Shopping-Plattform ist, die bisher übliche Firmenpräsentation aus ihrer Kälte und Steifheit zu befreien und ihr einen eher spielerischen Charakter zu verleihen. Dabei sollen drei virtuelle, "sprechende" Hostessen namens Alice, Karine und Kelly die Besucher bei ihren Rundgängen begleiten und beraten. Sie weisen auf Sonderangebote und andere Aktionen hin. Die drei Web-Hostessen reagieren auf die Annäherung mit der Maus recht natürlich und drehen den Kopf und die Augen in Richtung des Surfers, was oft amüsante Effekte ergibt.
Man kann auch einfach auf der Etage, auf welcher man shoppen will, die Boutiquen direkt per Maus ansteuern und auf das entsprechende 3D-Bild klicken. Mit dem ersten Klick wird ein Lauftext mit Aktionsangeboten ausgelöst, mit dem zweiten der Web-Shop von außen abgebildet, und der dritte verbindet mit dessen Internet-Seite direkt.
Zwei Wahlflächen geben erste Orientierung über die Boutiquen anhand ihrer Namen oder mit Hilfe einer tief gestaffelten Auswahl an Produktgruppen. Momentan sind sie in sechs Kategorien aufgeteilt: "Bekleidung, Schönheitspflege und Accessoires", "Lebensmittel", "Immobilien, Möbel und Kreditinstitute", "Computer, Handy, Internet, Multimedia und Haushaltsgeräte", "Reise und Transport" sowie "Glücksspiele, Kontakte und Bücher". Zu den Anbietern gehören neben den genannten Handelsunternehmen auch der PC-Hersteller Dell, Hertz und Reisebüros von Nouvelles Frontieres bis zu Lastminute.com. In das Zentrum sind auf jeder Ebene Ruhepunkte in Gestalt von Plätzen eingebaut, die nach europäischen Großstädten benannt sind.
Der Hauptvorzug der Ende letzten Jahres von Jean-Pierre Mourot entworfenen und in Szene gesetzten Idee liegt in der Konzentration einer Vielzahl von Produktgruppenangeboten in nur einem Portal sowie der einfachen Verständlichkeit seiner Benutzung, die auch weniger versierten Computer- und Internetanwendern kaum noch Probleme bereiten soll. Für dieses Jahr hofft Mouros Firma Aicom die Zahl der Boutiquen auf 150 und den Umsatz des virtuellen Shopping-Centers auf 750000 Euro erhöhen zu können.
Beflügelt wird Aicom in seinem Optimismus durch das rasante Wachstum der Online-Umsätze in Frankreich. Die Benchmark Group (Paris) schätzt, dass der Internet-Umsatz im Land 2005 rund 7Mrd. Euro erreicht hat. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 44 Prozent. jb